PSE Newsletter Nr. 83

Nr. 83, Juni 2019

Für ein Kinderlächeln – PSE, April, Mai, Juni 2019, Nr. 83

 

Leitartikel von Ghislaine Dufour, Vorsitzende der Hilfsorganisation

 

Auch dieses Jahr ist Marie-France wieder auf den Straßen Frankreichs unterwegs gewesen und hat dabei einige Grenzen überschritten, um uns Neuigkeiten von den „Goldkörnchen“ mitzubringen und neuen Personen, die uns unterstützen, zu begegnen.  Das waren insgesamt 29 Abende, zusammen mit Seladavid, einem ehemaligen Schüler von PSE und der betont hat, daß er die Mission von Oma und Opa gerne fortführen möchte.  Im Mitarbeiterstab vom Zentrum sind heute 10 % ehemalige Schüler beschäftigt.  Es sind gerade sie, die den ungefähr 6500 Kindern in unseren Programmen am besten die Werte der Hilfsorganisation weitervermitteln, die aus Kindern des Elends aktive Staatsbürger machen möchte, die die Zukunft ihres eigenen Landes in die Hand nehmen.

 

Vielen Dank allen freiwilligen Helfern, die die Säle gefüllt haben.  Danke allen neu zu uns gestoßenen Paten.  Christian sagte gerne: „Wir haben wirklich Glück, zu so einer schönen Familie zu gehören!“  Denn das ist wirklich eine Familie, die eines schönen Tages 1995 in Kambodscha von diesen beiden jungen Rentnern gegründet wurde.  Das ist eine Hilfsorganisation, die tausende Kinder des Elends aufnehmen kann, weil sie über ein außergewöhnliches Freundschaftsnetz verfügt, welches in der Lage ist, sich für die Zukunft dieser Kinder zu mobilisieren.  In unserer Charta kann man es nachlesen: „Es ist diese freundschaftliche Atmosphäre, die die Stärke unserer Hilfsorganisation ist, und die dazu führt, das jeder sein Bestes dazu beiträgt.“

 

Die alljährliche „Tour de France“ allein reicht allerdings nicht aus, um die Gesamtheit der Ressourcen bereitzustellen, die uns helfen, den immer neuen Herausforderungen adäquat zu begegnen.  Die Dringlichkeit von damals ist heute noch dieselbe.  Nach wie vor gibt es Kinder, die nicht zur Schule gehen können, die im Elend und in der Gewalt leben müssen.

 

Wie wäre es, wenn jeder der Paten, der diesen Rundbrief erhält, seine Patenschaft um einige Euro erhöht…?

 

Vielen Dank für Ihre Treue!

 

Ein paar Bilder von der letzten „Tour de France“…

 

Es ist geschafft, wir haben sie hinter uns, diese 23. Tour.  Zuerst einmal möchte ich mich bei allen aktiven Teilnehmern bedanken, für die außerordentliche Runde von alten Freundschaften, Wiedersehen und neuen Bekanntschaften, und insbesondere bei denen, die neu zu unserer Familie von PSE hinzu gestoßen sind.  Ich möchte Ihnen einige kleine Anekdoten von dieser unserer „Rennstrecke“ berichten.

 

* David hatte die Bewunderung von allen für sein gutes Französisch, seine Anpassungsfähigkeit an alle möglichen Situationen und für seine Entschlossenheit.  Ich überlasse ihm das Wort: „Ich habe mich sehr gefreut, alle diese Menschen kennen zu lernen, die PSE unterstützen.  Ich war beeindruckt von allen diesen Senioren, die hart für die Kinder arbeiten und die sich zusammentun, um viele verschiedene Dinge zu organisieren und auf die Beine zu stellen, und von allen jenen, die für PSE während ihrer Freizeit da sind.  Das hat mich tief gerührt.  Alle diese Menschen um PSE sind wirklich eine sehr sympathische Familie.  Mir haben außerdem sehr die verschiedenen Landschaften gefallen, das Klima und die Fleisch- und Wurstwaren, insbesondere Würstchen und Schinken.“

 

* Zwischen zwei Veranstaltungen gab es einen freien Sonntag, wir waren in den Bergen, wo mein Bruder Urlaub machte.  David wollte gerne Schnee sehen…  Aber das Wetter war saumäßig: kein Mont Blanc, auch keine anderen schneebedeckten Berge zu sehen, bloß viel Wind und riesige fallende Schneeflocken.  Es kam nicht in Frage, hoch zu steigen, aber David konnte trotzdem einmal Ski anprobieren, für eine kleine Piste weiter unten.  In der Schweiz hatten wir leider das gleiche Wetter.  Unsere Sehnsucht nach schönen Alpenlandschaften blieb leider unerfüllt.

Emotionen:

 

* In Brüssel habe ich Caroline wieder gesehen, die im Jahre 2000 (!) Helferin bei uns war.  Sie kam mit ihrem Mann und erinnerte sich, dass sie damals Mathematik unterrichtete, für die gerade zehn Lehrlinge unseres ersten Berufsschuljahrgangs, im Sekretariat für englisch und französisch.

 

* Zu einer unserer 29 Abendveranstaltungen kam auch eine Gruppe geistig behinderter Personen.  Ich war gerührt, als eine von ihnen, am Ende des Films, aufgestanden ist und eine Frage gestellt hat, vor dem so vollen Saal, dass wir sogar Leute wegschicken mussten.  Menschen mit einer Behinderung sind auch sensibel für das Schicksal unserer Kinder.

 

* Auf dem Weg nach Cherbourg haben wir einen kleinen bewegenden Umweg zum Ärmelkanal unternommen, um die Kindheitsorte von Opa aufzusuchen.  Das Schloss seiner ersten Kinderjahre ist jetzt durch eine Berufsschule ersetzt worden.

 

* Nach einer Veranstaltung ist ein Familienvater auf mich zugekommen: „Ich habe vier Kinder“, sagte er, „ich finde es daher selbstverständlich, vier Patenschaften zu übernehmen.“  Was für eine tolle Idee!…

 

* Eine unserer freiwilligen Helferinnen hat die Gelegenheit ergriffen und bei einer Vorstellung von Franck Dubosc die Erlaubnis erfragt, einen Informationsstand für PSE in der Eingangshalle aufstellen zu dürfen.  Diese Initiative hat uns mindestens zehn neue Personen näher gebracht.  Bravo Angélique!  PSE bekannt zu machen, davon weiterzuerzählen, ist das Erste, was man tun kann!

 

Und noch einmal ein großes DANKE SCHÖN an alle für diese so tröstlichen schönen Momente und für Ihr so treues Willkommenheißen jedes Jahr wieder!

 

Rechenschaftsbericht für das Jahr 2017/2018

 

Dieser Bericht wurde auf der Generalvollversammlung vom 30. März 2019 genehmigt.

 

Nach der außergewöhnlichen Steigerung der Einnahmen durch den Film „Die Goldkörnchen“, die das vorangegangene Rechnungsjahr geprägt hatte, müssen wir für 2017-18 eine Minderung von 3 % feststellen, auch durch den generellen Kontext der Verringerung der Spenden in Frankreich.  Diese Minderung war besonders was gelegentliche Spenden betrifft spürbar (- 21 %).  Aber glücklicherweise sind die Patenschaften, die die Aufnahme der Kinder auf lange Sicht ermöglichen, um 3 % gestiegen.  Das hat seinen Grund in der jährlichen „Tour de France“, im Hinzukommen von recht vielen neuen Paten im letzten Jahr, und, überhaupt, in der Treue unserer Paten!  Danke, dass Sie an unserer Seite sind!

 

Die Kosten für unsere Sozialaufgaben (5 656 K€) sind um 5 % gestiegen.  Das ist hauptsächlich durch die größere Anzahl von aufgenommenen Kindern zu erklären: 6 556 Kinder sind in unseren Programmen in diesem Jahr, das sind 732 mehr als im letzten (in dem es einen leichten Rückgang gab).  Aber hinzukommt auch ein größerer Lohndruck.  Der wirtschaftliche Aufschwung in Kambodscha, auch wenn er nicht allen zu gute kommt, wirkt sich auch auf eine Erhöhung der Gehälter aus.  Außerdem entwickelt sich allmählich ein soziales Schutzsystem, was uns sehr freut, denn das ist nötig und gut für die Kambodschaner, aber das schlägt sich eben auch auf unsere Kosten nieder.

 

Die allgemeinen Kosten (501 K€) und die Kosten, um Gelder zusammenzusuchen (101 k€), mit einer Gesamtsumme von 602 k€ (9,6 % der Kosten), sind um 4 % gegenüber dem letzten Jahr gesunken.  Dieser Bericht, sowie unser jährlicher Bericht über unsere Aktivitäten können im Internet unter www.pse.ong konsultiert werden.

 

Ist denn Hilfe immer noch nötig?

 

Es gibt einige, die sich wundern: Sie arbeiten nun seit über 20 Jahren in Kambodscha und es gibt immer noch Familien, die im Elend leben müssen? … Ja, das ist leider so, und aus verschiedenen Gründen.

 

Das Land hat sich in den letzten 20 Jahren enorm und sehr schnell wirtschaftlich entwickelt.  Das hat natürlich dazu geführt, wie überall anders auch, dass die Lebenshaltungskosten gestiegen sind: Mieten, Reis, andere Nahrungsgrundlagen, Land… alles ist um einiges teurer geworden.  Andererseits sind die Aufkaufpreise für den gesammelten Abfall fast gleich geblieben, d.h. sie sind in Proportion enorm gesunken.  Unsere Familien, die Wasserwinden sammeln und verkaufen, oder jene, die Wäsche waschen, oder die Uferschnecken am Straßenrand verkaufen, alle diese sehr armen Familien haben nicht mehr Einkommen als zuvor.  Alle diese Aktivitäten haben gar keine Zukunft, aber es sind die unserer Familien, die weder Kompetenzen noch Ausbildung erhalten haben und die tapfer versuchen, sich mit derlei über Wasser zu halten.

 

Wenn die Situation zu schlimm wird, sucht man Kredite, um die Miete zu bezahlen oder einfach nur, um zu essen.  Aber die Zinsen sind sehr hoch, manchmal bis zu 20 % pro Monat!  Ein Teufelskreis, aus dem es kein Entrinnen gibt.

 

Viele hatten mal ein Stück Land in der Provinz, das ihnen das Überleben ermöglichte.  Aber es brauchte nur 2 oder 3 Trockenzeiten oder Überschwemmungen, wie es oft in den Regionen von Prey Veng oder Svay Rieng vorkommt, oder eine kranke Großmutter oder die Krankheit eines Elternteils, und schon musste eine Hypothek auf das Land aufgenommen werden und schließlich musste das Stückchen Land verkauft werden.  Und so gelangten sie in die Stadt, in der Hoffnung, dort wieder auf die Beine zu kommen.  Das ist eine schöne Falle…

 

Die wirtschaftliche Entwicklung des Landes liegt bei 7 %, das ist hervorragend, man kann darüber nur froh sein.  Aber das hat vermutlich unausweichliche Nebeneffekte, die diejenigen ausschließen, die sich außerhalb des Systems befinden.

 

So hat zum Beispiel die Entwicklung bewirkt, dass die Baubranche boomt.  Das führt dazu, dass die Preise für Bauflächen stark ansteigen: das gleiche winzige Stückchen Land, 4 x 5 m2 um seine Hütte drauf zu stellen, das man vor 10 Jahren für 2,50 $ mieten konnte, kostet heute 10 $!  Und falls es einem gehören sollte, ist man bald gezwungen es zu verkaufen, weil der Stadtteil sich weiterentwickelt.  Und man wird weiter an den Rand der Stadt getrieben.  Und ich spreche hier gar nicht vom „schnellen Geld“, das unsere jungen Leute an die Orte mit Drogen und Prostitution zieht…

 

Also, es gibt nach wie vor sehr große Bedürfnisse.  Unsere Arbeit der Bildung und Ausbildung dieser Kinder, auch die Bildung der Eltern, bleibt lebensnotwendig.  Das ist die einzige Chance für sie, um diesen Teufelskreis zu durchbrechen, um sich mit einem richtigen Beruf in die Entwicklung ihres Heimatlandes einfügen zu können.

 

Es bleibt dringend notwendig, den Kindern und ihren Eltern

zu helfen, weil sonst noch eine Generation dem Elend

zum Opfer fällt.  Wir dürfen die Arme nicht sinken lassen,

denn wir sehen ja, dass unser System funktioniert.

Sie können gerettet werden, aber dafür brauchen wir Sie.

 

Und darum danken wir von ganzem Herzen Ihnen allen, die sich einmal entschieden haben, eine Spende zugunsten der Kinder zu machen.  Denn das ist schon sehr viel!  Aber uns zu unterstützen, in dem man die Spende ab und zu wiederholt, hilft uns, auf Dauer zu helfen, und das ist ebenfalls sehr wichtig, denn so können wir weitermachen.

 

Und dann gibt es noch die Patenschaft, die eine Sicherheit für die Kinder ist, damit sie bis zu einem Beruf unterstützt werden.  Wir zählen auf Sie!

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PSE Newsletter Nr. 82

JOURNAL_JANV-FÉVR-MARS 2019

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PSE Newsletter Nr. 81

Journal PSE Nr. 81

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PSE Newsletter Nr. 80

Für ein Kinderlächeln – PSE, Juli, August, September 2018, Nr. 80

 

Leitartikel von Ghislaine Dufour, Vorsitzende der Hilfsorganisation

 

Auf der Versammlung der Geschäftsführung im Juni wurde der Kurs für den nächsten „Fünfjahrplan“ abgesteckt.  Kambodscha kann sich eines regelmäßigen ökonomischen Wachstums erfreuen, aber der ebenfalls anwachsende Exodus der Landbevölkerung entfernt die ärmsten unter ihnen von ihren angestammten Solidaritätsnetzwerken.  PSE möchte in dieser Richtung seine Hilfsmittel optimieren, d.h. jene, die Sie uns zur Verfügung stellen, damit sich die Qualität unserer Aktionen verbessert, wir aber trotzdem noch mehr Kinder in unsere Programme aufnehmen können.

 

Am 15. August hat sich die Hotelfachschule von PSE in ein „Zentrum für die Bestätigung der Berufskenntnisse in der Hotel- und Touristikbranche“ verwandelt.  Dieses Zentrum wird in Zukunft auch unsere sämtlichen Lehrausbildungen rechtsgültig machen.  Das ist eine schöne Anerkennung!  Die ersten, die daraus Nutzen ziehen werden, sind unsere ehemaligen Lehrlinge, die ihre Abschlüsse von vor 2012 (das Jahr, in dem das PSE Institut als ein offizielles Lehrausbildungsinstitut in Kambodscha anerkannt wurde) so rechtsgültig machen können.

 

Und am 15. September wird unsere Filmschule in Kalifornien geehrt werden: dort werden die Studenten des 3. Jahrgangs auf dem „Kambodscha Filmfestival“ einen Dokumentarfilm vorstellen, der von der kalifornischen Jury ausgewählt wurde.

 

Dies ist der 23. Schulanfang, seit PSE in Kambodscha begonnen hat.  Wir sind dabei, das inzwischen mythische „Weißer Lotus“ Restaurant zu restaurieren, damit wir auf dem neuesten Stand der Anforderungen für die Hotelfachschule sind.  Außerdem bauen wir weitere Klassenzimmer für den Nachhilfeunterricht für die Kinder aus den öffentlichen Schulen.

 

All dies können wir natürlich nicht ohne Ihre Unterstützung, denn mehr Kinder zu retten, das bedeutet auch mehr Paten.  Sagen Sie es weiter!  Vielen Dank für Ihre Treue!

 

Lernen Sie Ihre Kinder kennen

 

Eine zehnköpfige Familie: der Vater ist in einer Putzkolonne und die Mutter Tellerwäscherin.  Eine 86jährige Großmutter wohnt bei ihnen mit.  Sk., der älteste Junge hat mit 14 die Schule verlassen und lebt seit drei Jahren im Drogenmilieu.  Sy., Sa. und Sn., drei Mädchen im Alter von 16, 16 und 15 Jahren, in der 7., 8. und 9. Klasse müssen halbtags arbeiten.  Dann gibt es noch die 12jährige St. (5. Klasse) und einen 6jährigen Jungen Th. (1. Klasse) und eine kleine Nachzüglerin, Ks., die zu Hause ist. Obwohl das sehr schwer ist, versuchen die Eltern, die Kinder regelmäßig zur Schule zu schicken, aber die Eltern, die nichts lernen konnten, können mit ihren kleinen Einkommen nicht alles bezahlen.  Daher müssen die drei älteren Mädchen außer der Schule auch noch arbeiten, was ihrer Schulausbildung nicht gut tut, und mit der Gefahr, eventuell sogar ganz aufhören zu müssen.  Keines der Kinder war bisher in einem PSE-Programm, denn unsere Sozialarbeiter haben sie gerade erst entdeckt.  Die Unterstützung beginnt so mit Hilfe bei Lebensmitteln und den Schulkosten für alle fünf Kinder.  „Aus dem Elend zu einem Beruf“, das beginnt mit der Schule.

 

Viele denken, dass die Roten Khmer nunmehr Geschichte sind.  Aber das ist nur zur Hälfte wahr, denn die Folgeerscheinungen dieser schlimmen Zeit sind noch da.  Kambodscha entwickelt sich rasch, das ist eine von allen wahrzunehmende Wirklichkeit.  Aber jene Familien, die ganz arm sind, und die, insbesondere, nichts lernen konnten aufgrund des großen Schadens, den diese furchtbaren Jahre angerichtet haben, die können die verlorene Zeit nicht aufholen und bleiben auf der Strecke.  Und es sind genau diese Familien, die wir unterstützen und mit denen wir zusammenarbeiten.

 

Was ist aus ihnen geworden?

 

Sun Sovannara. Sie ist 31 Jahre alt.  Das Leben hat sie in ihren ersten Lebensjahren nicht verwöhnt…  Sie lebte mit zwei Schwestern, ihrem Bruder und zwei Cousins bei ihrer Großmutter, denn beide Eltern waren gestorben.  Sie waren Lumpensammler auf der ehemaligen Müllkippe.  Aber das war noch nicht genug, denn Sovannara bekam Kinderlähmung.  Heute hinkt sie noch sehr, mit einer lahmen Hüfte.  Aber mit all dem, oder vielleicht trotzdem, blieb sie ein fröhliches Kind, mit einem entwaffnenden Lächeln.

 

Alle Kinder wurden in die Programme von PSE aufgenommen, von 2000 an, und alle haben nach ihrer Schul- und Berufsausbildung Arbeit, mit der sie würdig ihr Leben verdienen können.  Sovannara hat an unserer Filmschule studiert und später auch gearbeitet, ist aber dann woandershin gewechselt, denn manche Berufe in der audio-visuellen Branche sind hart für ihre Art von Körperbehinderung.  2012 hat sie Sem Sarom geheiratet, auch er ein Ehemaliger von PSE, aus der Kellnerlehrausbildung.  Und trotz ihrer recht großen Missbildungen, ein weiteres Wunder, hat sie eine Schwangerschaft (auch mit Hilfe von Michel Sebban, unserem Freund, Arzt und Gesundheitsbeauftragten) bis ans Ende führen können und eine niedliche kleine Tochter zur Welt gebracht, die heute schon zwei Jahre alt ist.  Es ist wohl nicht nötig zu sagen, dass sie jetzt noch einmal so viel strahlt…!  Gegenwärtig arbeitet sie freiberuflich als Schnittmeisterin an Projekten von „Meta Haus“, dem deutschen kulturellen Zentrum, und verdient dort 50 $ am Tag.

 

Ich werde nicht müde, mich an diesen so guten Neuigkeiten zu erfreuen.  Manchmal hat man uns gefragt, fragt man uns immer noch, wie wir das Ganze durchhalten können.  Nun, das ist insbesondere dies: zu sehen, was aus den Kindern wird, die gar keine Zukunft hatten.  Wie könnte man daran denken, etwa aufzuhören?!

 

Der Weg von PSE

 

Man hat uns oft gefragt, ob wir am Anfang gewusst hätten, was wir machen wollen, ob wir eine Vorstellung davon gehabt hätten, was aus unserer Aktion werden würde.  Ganz ehrlich, nein.  Wir hatten davon absolut keine Vorstellung.  Wir wussten bloß, dass wir die Kinder nicht in dieser Situation weiterleben lassen können, in der wir sie gefunden hatten.  Wir hatten keine Ahnung, wohin das führen würde.  Wir haben einfach nur einen Fuß vor den anderen gesetzt, so wie die Bedürfnisse des Tages es eingaben.

 

Vor einigen Tagen haben Freunde uns einen Kalenderspruch zugesandt, der, wie mir scheint, unseren Weg sehr gut zusammenfasst.  Er stammt von Saint-Exupéry: „Ich ziehe meine Spur, ohne sofort zu verstehen, aber ich gehe los…  Auf dem Wege wird mir das Ziel erscheinen, in seiner ganzen Pracht.“  Dem habe ich nichts hinzuzufügen…  Außer, dass zu dem Weg von PSE auch alle jene Freunde dazugehören, die sich uns im Laufe der Jahre angeschlossen haben.

 

Der „Fünfjahrplan“

 

Alle fünf Jahre treffen sich die Verantwortlichen von PSE (aus Frankreich und aus Phnom Penh) und wir denken gemeinsam über die Zielsetzungen der nächsten Jahre nach.  Dieses Mal haben wir beschlossen, dass wir weiter an der Verbesserung unserer Programme arbeiten, insbesondere, was die Pädagogik und das Erlernen von Fremdsprachen angeht, sowie die Begleitung der Familien mit den größten Schwierigkeiten zu verstärken.  Wir wollen außerdem den Nachhilfeunterricht für diejenigen unserer Kinder erhöhen, die in öffentlichen Schulen unterrichtet werden, damit sie das gleiche Niveau erreichen wie die von unserem Zentrum.  An der Tagesordnung steht weiterhin die Professionalisierung unserer Arbeitsweise.

 

Zur Zeit planen wir nicht, unseren Aktionsbereich zu erweitern, denn wir sind noch nicht fertig, den Bedürfnissen im aktuellen Bereich gerecht zu werden.

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PSE Newsletter Nr. 79

Nr. 79, Juni 2018

Für ein Kinderlächeln – PSE, April, Mai, Juni 2018, Nr. 79

 

Von der Tour de France zurück

 

Nach um die 10 000 km und 37 Abendveranstaltungen ist nun das gesamte Material wieder an seinem gewohnten Stapelplatz eingelagert.  Ich möchte mich gerne bei allen jenen bedanken, die mitgeholfen haben, dass diese Tour ein schöner Erfolg geworden ist:

 

  • Bei meinen beiden Schwestern, Marie-Christine und Maryvonne, die immer abwechselnd das Steuer in der Hand hatten, auf manchmal sehr langen Strecken. (Stimmt, in einer einzigen Aprilwoche waren jeden zweiten Tag einmal 600, dann fast 400, und zweimal 500 km zu bewältigen, das war vielleicht doch etwas viel…)
  • Bei allen unseren Freunden, die uns ihre Wohnungen geöffnet haben.  Ihr habt Euch die größte Mühe gegeben, um uns die Strapaze dieses Marathons zu erleichtern.  Ihr wart für uns da, habt uns unglaublich warm willkommen geheißen, richtige Freunde.  Ihr habt uns verwöhnt wie Könige!
  • Bei Euch allen, den Organisatoren und Euren Ortsgruppen, für alle die großartige Arbeit, die Ihr in die Organisierung dieser 22. Tour hineingesteckt habt.  Ich weiß wohl, wie viel Mühe das bedeutet: einen kostenlosen Saal zu finden, sämtliche Freunde und Bekanntschaften zu mobilisieren, die örtlichen Medien zu informieren, und dann die Abendveranstaltung selbst glatt über die Bühne zu bringen…  Ich weiß, wie Ihr dann zittert, am angegebenen Tag, wenn die Stunde sich nähert: „Werden sie kommen…?“  Das tut mir immer leid, Euch diese Unruhe aufzuladen.  Aber Ihr habt Euch große Mühe gegeben: die Säle waren schön, anziehend, freundlich geschmückt.  Sie haben es mir leichter gemacht, Euch von den Kindern zu erzählen, denn dazu habe ich eigentlich gar nicht das Talent, ich hatte mich immer gerne hinter Christian versteckt, ihm das Reden überlassen…
  • Und bei Euch, die Ihr gekommen seid, um uns zuzuhören, und Euch, den neuen Paten, die Ihr zur Familie von PSE dazu gestoßen seid.

 

Ich bin nun wieder in Phnom Penh, froh unsere Kinder und Internatsschüler wieder gefunden zu haben, die auch wieder am Flughafen waren, eine Rose in der Hand.  Froh auch darüber, weil ich weiß, dass viele andere Kinder nun zu uns kommen können.

 

Es war eine solche Freude, immer viel zu kurz, so viele Freunde wieder zu sehen, und eine ebensolche, neue kennen zu lernen und zu sehen, wie die Familie von PSE wächst und gedeiht.  Mit großer Rührung habe ich viel Großzügigkeit und Enthusiasmus erleben dürfen.  So freue ich mich schon auf die Tour von 2019, zum 23. Mal, aber vielleicht doch etwas kürzer!  Ich erwarte schon ab jetzt Eure Vorschläge dafür.

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PSE Newsletter Nr. 78

Nr. 78, März 2018

Für ein Kinderlächeln – PSE, Januar, Februar, März 2018, Nr. 78

 

Aus dem Elend zu einem Beruf – das klappt tatsächlich!

 

Das Elend ist nicht in jedem Fall offensichtlich.  In einem sich rasch entwickelnden Land, da versteckt es sich und man kann es übersehen.  Aber natürlich gibt es das Elend trotzdem, besonders für die Familien, die unter dem Regime der Roten Khmer keine Ausbildung erhalten haben und ohne diese keine Arbeit finden können.  Diese schlagen sich mit unsicheren kleinen Jobs durch, aber können mit der Entwicklung des Landes nicht mithalten.  Daher ist es vital, dass ihre Kinder eine richtige Bildung und Ausbildung erhalten.  Das wussten schon vor 22 Jahren die Kinder, die uns um etwas Essen baten und darum, zur Schule gehen zu dürfen.  Das war der Anfang von PSE.

 

Aber natürlich kann kein Kind friedlich lernen, wenn seine Familie tief im Elend steckt, es kann es sogar überhaupt nicht, wenn dieselbe Familie seine Hilfe zum Überleben nötig hat.  Wir ermöglichen also den Schulbesuch der Kinder, indem wir auch den Familien das Nötigste geben, damit der Schulbesuch sich unter den bestmöglichen Bedingungen vollziehen kann.

 

Diese Familien haben wir in 4 Kategorien eingeordnet, der Armut entsprechend.  Die 1. Kategorie sind die Ärmsten der Armen, jene, die weniger als 1,90 $ pro Person und Tag zum Leben haben (das ist die Armutsgrenze in Kambodscha, in den Städten).  Sie werden durch alle Hilfsprogramme von PSE unterstützt und sind die Mehrzahl unserer Familien: 58 %.  Danach die 2. Kategorie, etwas weniger arm, die zwischen 1,90 und 2,61 $ pro Person und Tag haben, das sind 38 % unserer Familien.  Die 3. Kategorie, mit nur 4 % vertreten, die zwischen 2,62 und 3,33 $ verdienen und schließlich die 4. Kategorie, nur 1 %, die zwischen 3,35 und 4 $ zum Leben haben.  Diese beiden Kategorien, an der oberen Grenze unserer Bedingungen, erhalten die Schul- und Lehrausbildung, diese gelten wirklich für alle, auch für jene mit Lernproblemen, aber diese letzten tragen finanziell zur Ausbildung bei, je nach ihren Möglichkeiten und werden nicht durch alle anderen Programme unterstützt.

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Einladung PSE Deutschland Frankfurt

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